Eure Rechte

Recht auf Hebammenbetreuung

Ein Recht auf Hebammenbetreuung haben auch Mütter, deren Kind tot zur Welt gekommen ist bzw. kurz nach der Geburt verstorben ist. In den ersten 10 Tagen sind bis zu 10 Besuche möglich; vom elften Tag bis zum Ablauf der ersten 8 Wochen sind weitere 16 Besuche vorgesehen.

Ebenso besteht ein Recht auf Rückbildung.

 

Mutterschutz

Gemäß § 6 MuSchG dürfen Mütter 8 Wochen, bei Früh – oder Mehrlingsgeburten 12 Wochen, nach der Entbindung nicht beschäftigt werden. Wird das Kind vor dem errechneten Geburtstermin geboren, verlängert sich die Schutzfrist um die vor der Geburt nicht in Anspruch genommene Zeit. Während des Zeitraumes der Schutzfristen besteht Anspruch auf Mutterschaftsgeld.

Dies gilt ebenso für tot geborene Kinder ab einem Gewicht von 500 g.

Auf ausdrücklichen Wunsch der Mutter kann sie bei einer Totgeburt bzw. wenn das Kind kurz nach Geburt verstorben ist und sofern ein ärztliches Attest vorliegt, schon während der Schutzfrist – jedoch frühestens  ab der dritten Woche nach der Geburt – beschäftigt werden. Diese Erklärung kann die Mutter jederzeit widerrufen!

 

Elternzeit/Elterngeld

Stirbt das Kind während der Elternzeit, so endet die Elternzeit spätestens 3 Wochen nach dem Tod des Kindes. Dies gilt auch, wenn das Kind bereits kurz nach der Geburt verstirbt, sofern die Elternzeit rechtzeitig beantragt wurde. Elterngeld können nach § 4 Abs. 5 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz nur Elternteile erhalten, die für mindestens 2 Monate Elterngeld beziehen. Der Anspruch besteht pro Lebensmonat des Kindes.  Somit haben Eltern, deren Kind weniger als 1 Monat leben, keinen Anspruch auf Elterngeld.

 

Kindergeld

Gemäß § 5 Bundeskindergeldgesetz wird Kindergeld vom Beginn des Monats, in dem die Anspruchsvoraussetzungen eintreten, bis zum Ende des Monats, in dem die Anspruchsvoraussetzungen entfallen, gezahlt. Dies bedeutet: Man erhält für jeden Monat, in dem das Kind mindestens einen Tag gelebt hat, den gesamten Monatsbeitrag.

 

Bestattungsrecht

Bestattungsrecht ist Ländersache, das heißt in den Bundesländern können verschiedene Regelungen gelten. Zu beachten ist, dass zunächst das Bestattungsrecht des Landes gilt, in dem das Kind verstorben ist. Zu den einzelnen länderspezifischen Regelungen kann bei Bedarf der Bestatter Auskunft geben.

Lebend geborene Kinder müssen deutschlandweit bestattet werden. Fehl – und Totgeburten dürfen in jedem Bundesland (Ausnahme: In Bremen erst ab der 12. SSW) unabhängig von ihrem Gewicht beigesetzt. Ab einem bestimmten Gewicht muss eine Beisetzung stattfinden.

Auch wenn in den meisten Bundesländern nicht die Möglichkeit besteht, das Kind selbst mit nach Hause zu nehmen (Bestattungswagenpflicht), so besteht dennoch in den meisten Bundesländern die Möglichkeit, das Kind vom Bestatter nach Hause bringen zu lassen.

Man kann sich dann im eigenen zu Hause von seinem Kind verabschieden. Wie genau eine solche „Hausaufbahrung“ aussehen kann und in welchem zeitlichen Rahmen diese erfolgen kann, ist wiederum länderspezifisch geregelt. Auch hier kann der Bestatter mit Sicherheit weiterhelfen.