Geschwister

Wir verlieren nicht nur unsere Tochter/unseren Sohn – unsere anderen Kinder verlieren auch ihre Schwester/ihren Bruder.
Ein Geschwisterkind, auf das man sich schon freute, dessen Namen man mit ausgesucht hat, für das man vielleicht schon ein Spielzeug gekauft hat.
Ein Geschwisterkind, das man schon kennenlernen durfte, mit dem man gemeinsame Erinnerungen teilt, gemeinsame Abenteuer erleben konnte.

Der erste – verständliche – Gedanke in unseren Köpfen ist vielleicht: Ich muss mein Kind vor dieser furchtbaren Realität – vor diesem Schmerz – schützen.
Aber leider können wir die Geschwister unserer Sternenkindern vor diesem Verlust, vor diesem Schmerz nicht beschützen.
Wie kann mein Kind mit dem Tod des Geschwisterchens umgehen?

Der Umgang der Kinder mit dem Verlust des Geschwisterchens ist genauso individuell wie die eigene Trauer. Auch hier gibt es kein Richtig und kein Falsch. Wir sind keine Profis auf diesem Gebiet, wir sind nur Eltern, die mal in einer ähnlichen Situation waren.

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Wir können und wollen euch hier nicht sagen, wie es „richtig“ geht.
Kinder haben aber ein sehr feines Gespür, wenn es um eurer Gefühlsleben geht. Sie merken, wenn ihr traurig seid, und sie werden sich fragen, warum. Versucht euren Kindern altersgemäß mit einfachen Worten zu erklären, warum das Geschwisterchen sterben musste, indem ihr euch in eure Kinder hineinversetzt („friedlich eingeschlafen“ führt eventuell zu einer Angst vor dem Schlafen/ „war krank“ ohne weitere Erläuterungen kann Angst vor der nächsten Erkältung schüren/ „ist jetzt im Himmel“ kann Eltern und Geschwistern helfen, aber gerade kleinere Kinder stehen dann eventuell verwirrt vor dem Grab des Geschwisterchens).

Versucht diese Zeit gemeinsam als Familie zu verbringen und zu verarbeiten. Seid – auch wenn es schwer ist und oftmals weh tut – offen gegenüber den Fragen und des Redebedürfnisses eurer Kinder zu sein. Wenn Sie dies möchten, bezieht sie in die Gestaltung der Trauerfeier oder eurer aktiven Trauerarbeit mit ein. Aber akzeptiert auch, wenn die Kinder dies nicht möchten.

 

Falls ihr das Gefühl habt, euer Kind/eure Kinder benötigen Hilfe, scheut euch bitte nicht, euch professionellen Rat zu holen.

Auf der Seite „hilfreiche Links“ findet ihr weiterführende Informationen.
Stimmen von Sterncheneltern

Mich hat es oft gewundert, wie er in der einen Minuten tief traurig sein konnte und in der nächsten scheinbar unbekümmert wieder anfing zu spielen. Aber nach einer Weile habe ich mich mitreißen lassen in diese schöne Normalität.“

„Unser Sohn (3) durfte glücklicherweise zu seiner kleinen Schwester auf die Intensivstation kommen. Auch wenn es sicherlich schwierig war – so hat es ihm doch geholfen, sie wenigstens einmal kurz lebend zu sehen.
Auch wenn es schwer war und noch immer ist, versuchen wir, ihm seine Fragen so offen und ehrlich wie möglich zu beantworten.
Er war sehr am Grab interessiert, wollte wissen, wie groß das Loch sein würde…“

„Meine Lara fragte, wie Hanna im Sarg ist. Sie wollte alles genau wissen. Als ich ihr erklärt hatte, dass man entweder so beerdigt wird oder verbrannt werden kann, sagte sie: Mama das möchte ich nicht, dann kann ich mich gar nicht mehr bewegen.
Ich rede überhaupt nicht gerne über solche Themen. Setze mich damit auch nicht auseinander. Wenn das Thema aufkommt mit meinem Mann, versuche ich, das Thema zu wechseln. Es ist wie ein dicker Kloß im Hals. Mein Großer, der Tim, hat wochenlang überhaupt nicht gesprochen als das mit Hanna war. Er war elf Jahre alt. Meine zwei Mädchen haben außerdem dauernd schlecht geträumt und viel geweint. Maximilian, wenn man das so sagen kann, ging es noch am besten damit. Jonathan war noch sehr klein. Er war fünf und hat viel gefragt. Er war sehr anhänglich eine ganze Zeit lang.“