Ratschläge fürs Wochenbett

Viele unserer Sternchen reisen bereits kurz nach ihrer Geburt zu den Sternen. Neben all dem Augenscheinlichen – der Trauer um das Kind, der Organisation der Beerdigung, der Klärung rechtlicher Belange – wird oftmals vergessen, dass sich die Mütter im Wochenbett befinden.

Man findet im Internet jede Menge Informationen zu den verschiedensten Bereichen, die Wöchnerinnen interessieren könnten. Aber eine Sternchenmama muss nicht wissen, wie man den Milcheinfluss positiv beeinflusst – im Gegenteil. Jeder Tropfen Milch, jede Nachwehe, jedes Ziepen einer (Kaiserschnitt-) Naht erinnert daran, dass das eigene Kind zu den Sternen reisen musste. Wir hoffen die folgenden Informationen können euch etwas weiter helfen.  Sehr gern könnt ihr euch direkt an uns wenden unter Sternchen@zwerchfellhernie-bei-neugeborenen.de .
 

Stillen

Bereits während der Schwangerschaft bereitet sich der Körper der Frau auf das Stillen vor. Aufgrund der durch die Geburt hervorgerufenen hormonellen Umstellungen, beginnt der Körper mit der Milchausschüttung. Die Produktion und Ausschüttung wird im Weiteren durch das Anlegen bzw. im Fall eines intensivmedizinisch betreuten Kindes durch das Abpumpen der Milch angeregt.

Nach dem Tod des Kindes, erhalten viele Mütter vom Krankenhaus bzw. ihren Gynäkologen Abstillmedikamente.
Trotz Einnahme diese Abstillmedikamente kann es jedoch weiterhin zu Milchaustritt bzw. bei sehr früher Medikamentengabe zu einem Milcheinschuss kommen.

Um die weitere Milchbildung zu unterbinden, empfiehlt sich

  • einen gut und eng sitzenden BH zu tragen (möglichst durchgehend)
  • kühlende Brust-Umschläge (Quarkwickel z.B.)
  • Salbeitee zu trinken (kann die Milchmenge reduzieren)
  • Salzzufuhr einzuschränken
  • nicht ständig zu überprüfen, ob noch Milch in den Brüsten ist (der Druck auf die Brust regt dann unbeabsichtigt die Milchbildung wieder an)

Jedoch sollte die Trinkmenge nicht reduziert werden. Man kann jedoch darauf achten, keine milchfördernden Lebensmittel (z.B. Malzbier, Fencheltee) zu sich zu nehmen.

Sollte trotz allem die Milchbildung nicht abnehmen, es zu Schmerzen oder gar Fieber kommen, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden!

Neben dem Abstillen gibt es auch die Möglichkeit weiterhin die Muttermilch abzupumpen und an eine der 13 deutschen Muttermilchbanken zu spenden. Diese setzen jedoch meist eine medizinische Untersuchung der Mutter  und eine Mindestabgabemenge voraus.

 

Rückbildung

Der Körper der Mutter ändert sich durch die Schwangerschaft und die Geburt. Nach der Geburt zieht sich die Gebärmutter wieder zusammen und auch die Organe der Mutter wandern wieder an ihren ursprünglichen Platz.
Zur Stärkung der Muskulatur und des Gewebes wird empfohlen spezielle Rückbildungsübungen, insbesondere hinsichtlich des Beckenbodens, durchzuführen. Dies geschieht normalerweise in einem Rückbildungskurs bei eurer Hebamme.

Es gibt spezielle Angebote für Mütter, deren Kinder kurz vor oder nach der Geburt verstorben sind. Dies sind sogenannte Leere-Wiege-Kurse und bestehen oftmals einerseits aus der klassischen Rückbildungsgymnastik und zum anderen aus Trauerarbeit.

Es besteht ebenso die Möglichkeit von eurem Gynäkologen ein Rezept für Einzelstunden bei eurer Hebammen bzw. einem Physiotherapeuten zu erhalten. Diese werden in der Regel in diesem speziellen Fall von den Krankenkasse übernommen.